Equidenpass


Personalausweis ist Pflicht – auch für Pferde, Ponys, Esel

Wissenswertes zu Equidenpass und Bestandsbuch

Lieber Pferdebesitzer!

Seit 1. Juli 2000 müssen alle Einhufer (Pferde, Ponys, Esel etc.) den so genannten Equiden- oder Pferdepass haben, wenn sie aus ihrem Bestand verbracht werden. Seit Inkrafttreten der Verordnung (EC) 504/2008 muss jeder Equide in der EU einen Pass haben. Der Equidenpass soll – anders als der Personalausweis! – ein Pferdeleben lang gelten und es gibt grundsätzlich nur ein Dokument für das jeweilige Pferd, welches es begleitet, wenn es verbracht wird. Der E.-Pass erfüllt eine Vielzahl von Funktionen. Voraussetzung hierfür ist die eindeutige Identifikation des Equiden anhand der im Pass erfassten natürlichen und aktiven Kennzeichen, sowie die zentrale Registrierung der entsprechenden Pferdedaten.

Der Equidenpass und die Anwendung von Arzneimitteln

Equiden gelten dem Gesetz nach als Lebensmittel liefernde Tiere. D. h., Pferde können zunächst nach den für LM-Tiere geltenden Bestimmungen mit den für LM liefernde Tiere zugelassen Substanzen behandelt werden. Zusätzlich gibt es seit Jahren für Pferde Ausnahmeregelungen, die das Spektrum der beim LM-Tier Pferd einsetzbaren Substanzen erheblich erweitern. (Positivliste. Link einfügen) Diese Substanzen (ANM.: NICHT: Tierarzneimittel) dürfen im Einzelfall mit der Einschränkung eingesetzt werden, dass eine Schlachtung frühestens 6 Monate nach der letzten Anwendung erfolgt. Zur Sicherstellung dieser Auflage muss ihre Anwendung im Pferdepass dokumentiert werden.

Per Eintrag im Equidenpass kann der Eigentümer des Pferdes das Lebensmittel liefernde Tier zum Nicht-LM Tier erklären. Der Weg eines solches Equiden zum Schlachthof ist damit UNUMKEHRBAR ausgeschlossen. Der vernünftige Grund, nämlich die Verwendung als Lebensmittel, ist damit nicht mehr gegeben. Diese Entscheidung gilt auch für etwaige neue Eigentümer.

D. h. auch, sollte das Pferd nicht mehr für die Nutzung geeignet sein, muss es solange gehalten und gepflegt werden, bis ausreichende Gründe vorliegen, die eine Euthanasie rechtfertigen. Wirtschaftliche Gründe zählen nicht dazu.

Der Tierarzt ist verpflichtet, über die mit dem unterschiedlichen Status des Pferdes einhergehenden Möglichkeiten sowie über die Folgen entsprechend aufzuklären!

Identifizierung muss sein

Im Pferdepass sind natürlich vorhandene Merkmale wie die Farbe und Abzeichen(und alle Wirbel von Kopf und Hals), erworbene (z. B. Narben) und aktive Kennzeichnungen (z. B. Transponder, Brand) sowie gfs. andere Identifikationsmethoden (z. B. DNS) festzuhalten und in einem vorgezeichneten Körperdiagramm einzutragen. Dieses Signalement wird den zuständigen Stellen übermittelt und dort gespeichert.






Und so erhalten Sie den Equidenpass

Ausgestellt wird das Dokument von einer zuständigen Stelle. Für registrierte Equiden zuständig sind die Zuchtverbände und die Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN). Für sonstige Zucht- und Nutzequiden haben die Bundesländer unterschiedliche Stellen beauftragt. Wo Sie das erforderliche Antragsformular bekommen können, sagt Ihnen Ihr Tierarzt(?).

Die Abzeichen werden von Ihrem Tierarzt oder einem Beauftragten der zuständigen Stelle erfasst. Schon mit der Antragstellung für einen E-Pass werden sie aufgefordert, über den Status des Pferdes zu entscheiden. Die Entscheidung, dass das Pferd nicht der Verwendung als Lebensmittel zugeführt werden soll, muss spätestens bei Anwendungen, die das Pferd dauerhaft von der Verwendung als Lebensmittel ausschließen, im Pass im dafür vorgesehenen Abschnitt „Arzneimittelanwendung“ vorgenommen werden. Die vollständigen Antragsunterlagen werden an die zuständige Stelle weitergeleitet. Von dort erhalten Sie Ihren Pass per Nachnahme.

Mit der Beantragung des E-Passes geht die Kennzeichnung des Pferdes einher. Standardmäßig vorgeschrieben ist die Kennzeichnung mit Transponder. Der Transponder bildet die Verbindung zwischen Dokument und Pferd.

Führen eines Bestandsbuches

Zur Erhöhung der Verbrauchersicherheit und der Transparenz im Tierarzneimittelverkehr hat der Gesetzgeber im September 2001 eine Dokumentationspflicht für Halter Lebensmittel liefernder Tiere eingeführt.

Wenn Sie im Equidenpass für Ihr Tier den Status „Schlachttier“ wählen oder gewählt haben, müssen Sie in einem schriftlich oder elektronisch geführten Bestandsbuch jede Anwendung von apotheken- und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln lückenlos und unverzüglich dokumentieren. Die Aufzeichnungen müssen 5 Jahre lang aufbewahrt werden.

Für Pferde, die niemals einer Schlachtung zugeführt werden, entfallen diese umfangreichen Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten.

Vorschriften zur Bestandsbuchführung

Ein Bestandsbuch für Pferde, die zur Schlachtung bestimmt sind, muss folgende Einträge enthalten:

  • Anzahl, Art und Identität der behandelten Tiere
  • Standort zum Zeitpunkt der Behandlung und während der Wartezeit
  • Bezeichnung des angewendeten Arzneimittels, Belegnummer des tierärztlichen Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebelegs
  • Art der Verabreichung und verabreichte Menge des Arzneimittels
  • Datum der Anwendung und Nachbehandlungen
  • Wartezeit in Tagen
  • Name der anwendenden Person

Für die korrekte Führung des Bestandsbuchs sind Sie als Tierhalter verantwortlich, unabhängig davon, wer ein Arzneimittel bei Ihrem Pferd angewendet hat.

Der tierärztliche Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebeleg

Bei einer tierärztlichen Behandlung von Pferden, die zur späteren Schlachtung bestimmt sind, erhalten Sie von Ihrem Tierarzt einen Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebeleg. Er enthält gesetzlich vorgeschriebene Angaben über die eingesetzten Medikamente und ist zur Dokumentation Ihrer Bestandsbuchführung bestimmt. Die Aufbewahrungspflicht beträgt 5 Jahre.

Zum Schluss noch ein Hinweis

Wer Pferde, Ponys oder Esel aus Eigen- oder Fremdbesitz betreut, muss seine Pferdehaltung beim zuständigen Veterinäramt registrieren lassen. Diese gesetzliche Vorschrift gilt seit 1. Juli 2000.

Einsatz des Transponders (Microchips) zur Identifikation von Pferden

Das Dokument “Pferdepass" oder “Equidenpass" hat eine ähnliche Bedeutung, wie Sie es vom privaten Personen- und Reiseverkehr her oder als Halter eines Autos kennen. Es ist in erster Linie ein Dokument zur Identifikation Ihres Pferdes beziehungsweise Ihrer Pferde. Ein Eigentumsnachweis ist der Pferdepass nicht. Dass ein Pferd Ihr Eigentum ist, wird durch Kaufvertrag, Eigentumsurkunde oder Abstammungsnachweis (Geburtsschein, Fohlenschein) nachgewiesen. Den Eigentumsnachweis bewahren Sie zu Hause: auf. Bei Verkauf des Pferdes übergeben Sie den Eigentumsnachweis dem neuen Pferdebesitzer beziehungsweise -Eigentümer.

Im Folgenden werden die wichtigsten Begriffe und Abschnitte in der Reihenfolge, wie sie im Pferdepass erstmals auftauchen, erläutert.

Eine Stellungnahme der Deutschen Reiterlichen Vereinigung

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung ließ zum Thema, "Kennzeichnung von Pferden" ein zweites Gutachten erstellen und in diesem den Einsatz des Transponders als aktives Kennzeichnungsverfahren bei Zucht- und Sportpferden untersuchen. Die Fragestellungen, die in diesem weiterführenden Gutachten behandelt wurden, waren zum Teil aus dem Gutachten mit dem Titel "Schmerz, Heißbrand und Transponder" hervorgegangen. Sie sind insbesondere im Zusammenhang mit den aktuellen, durch Maßnahmen der Europäischen Union veranlaßten Anforderungen an die Identifikation von Pferden von Bedeutung. Ausgehend von den Ergebnissen des Gutachtens kam die Deutsche Reiterliche Vereinigung zu der Überzeugung, daß es derzeit nicht angeraten ist, die bewährte aktive Kennzeichung von Pferden allgemeinverbindlich zu ändern, das heißt auch, das Brandzeichen aufzugeben. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung betont freilich, daß die Implantation eines Transponders eine von ihr aktzeptierte Methode der aktiven Kennzeichnung von Sportsowie Zuchtpferden darstellt. Aus der Sicht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung veranlassen die jüngsten Überlegungen und Beschlüsse zur Lösung des sogenannten Therapienotstandes nicht dazu, die bewährten identifikationsverfahren zu verändern. Die aktuellen Aufgaben bestehen vielmehr darin, alle Pferde mit einem Equidenpaß auszustatten, für die Möglichkeit der sicheren Zuordnung eines jeden Passes zu einem bestimmten Individuum zu sorgen und zudem zuverlässig zu regeln, daß die medizinische Versorgung von Pferden sichergestellt beziehungsweise die Behandlung von Pferden mit Medikamenten, die für Lebensmitteltiere verboten sind, in den Pass eingetragen werden. Die Basis der Zuordnung eines Passes zu einem bestimmten Individuum bildet - so die Vorschriften der Europäischen Union - das Signalement. Eine aktive Kennzeichnung des Pferdes (mit dem Brandzeichen oder dem implantierten Transponder) stellt ein zusätzliches Identifikationsmittel dar. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung möchte auf das Brandzeichen nicht verzichten, weil dieses - ohne Zuhilfenahme eines Lesegerätes - einen bedeutenden Beitrag zur Identifizierung leistet. Dies gilt auch für die Fälle, in denen die unter dem Zuchtverbandssiegel angebrachten Nummern nicht eindeutig zu lesen sind.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung wird zur Lösung der Probleme beitragen, die bei der Implantation von Transpondern weiterhin bestehen. Sie wird sich insbesondere dafür einsetzen,

1. die Implaniationspraxis (inklusive des Implantationsortes) national und international zu vereinheitlichen (Dies ist zur Verbesserung des Tierschutzes und zur Verbesserung der Sicherheit der Leistungen der elektronischen Kennzeichnung erforderlich),
2. den Aufbau, die Vergabe und die Kontrolle der Chipnummern international transparent und übereinstimmend zu regeln, und
3. eine ordentliche Entsorgung des Transponders zu entwickeln, und zwar inklusive von Vorkehrungen, die das Verbleiben des Transponders in dem als Lebensmittel verwendeten Fleisch sicher unterbinden und die zudem die Wiederverwendung des Transponders kontrollierbar ausschließen oder transparent regeln.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung kam unter anderem aufgrund der folgenden Umstände zu der zuvor skizzierten Überzeugung:
1. Der sachgerecht durchgeführte Heißbrand belastet das Fohlen zwar, aber nicht in einem als erheblich zu bezeichnenden Ausmaß.
2. Die Implantation eines Transponders belastet die Fohlen ebenfalls nicht selten, insbesondere unter der Voraussetzung, daß sie nicht mit der Fixierung durch den Menschen vertraut sind, die Fohlen aber für die präzise Implantation (meist durch mehrere Helfer) sicher fixiert werden müssen.
3. Derzeit werden verschiedene weitere Identifikationsmethoden diskutiert beziehungsweise
von Zucht und /oder Sportverbänden angewandt. Dazu gehören die DNS-Analyse oder
unveränderliche Kennzeichen (wie die Kastanien), die mit einer Technologie erfaßt
werden sollen, die man aufgrund der Erfahrungen bei der Iris-Identifikation (beim
Menschen) zu entwickeln sucht.
Insbesondere letzterer Umstand schließt aus Sicht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
nicht aus, daß sich die - möglichen sowie die von der Europäischen Union vorgeschriebenen
- Methoden der Identifikation von Pferden in den kommenden Jahren merklich ändern
werden.
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung wird das Gutachten "Einsatz des Transponders zur
Identifikation von Pferden" in deutscher und englischer Sprache veröffentlichen. Damit wird
allen Interessierten und Verantwortlichen, national und international, eine Untersuchung
zugänglich gemacht, auf deren Grundlage die weiterhin zu klärenden Fragestellungen in
Angriff genommen werden können.

Zur Implantation des Transponders beim Reitpferd

Seit der Mitte der siebziger Jahre ist die elektronische Kennzeichnung in der Nutztierzucht bekannt. Bei Pferden wurden Transponder erstmals im Jahre 1985 implantiert. in größerer Zahl verwendete man diese Kennzeichen seit 1987 bei den italienischen Trabern und seit 1990/91 bei den Reitpferden in Spanien. Insgesamt dürften bisher um die 300 000 Pferde derart markiert worden sein.

Der (deutsche) Hauptverband für Traber-Zucht und -Rennen und der deutsche Friesen Pferde Zuchtverband implantieren seit 1990/92 Transponder. Die von diesen Verbänden vorgenommene Weise der Implantation ist in verschiedener Hinsicht nicht repräsentativ für die heute weltweit praktizierten Methoden. Daher bedurfte es einer intensiven Untersuchung, unreinen Überblick über die bisherige Praxis der elektronischen Kennzeichnung von Reitpferden, einen Überblick über die Möglichkeiten, die Grenzen und die Begleitumstände dieses Verfahrens sowie konkrete Hinweise für die Implantation des Transponders nach dem heutigen Stand des Wissens zu gewinnen. Das für eine sachkompetente Entscheidung über die elektronische Kennzeichnung von Pferden erforderliche Wissen zusammenzutragen, war die Aufgabe der vorliegenden gutachterlichen Stellungnahme, nicht ein Votum für oder gegen die Einführung des Transponders.

Der implantierte Transponder kennzeichnet das Pferd - weitgehend fälschungssicher - eindeutig und individuell. Er gestattet die schnelle und eindeutige Identifikation, auch eine solche Identifikation durch Personen ohne besondere fachliche Qualifikation. Lesbar ist die Nummer des implantierten Chips allerdings nur mit Hilfe eines speziellen Lesegerätes, das heißt auch, prima vista hilft der Transponder nicht bei der Identifikation eines Pferdes.

Das Lesegerät aktiviert - in der Weise einer Funkanlage - den an sich passiven Chip, der von einer Glashülse ummantelt ist. In der bei Pferden implantierten Version ist diese in der Regel 12x2 mm groß.

Bei den bei Pferden derzeit üblicherweise verwendeten Transpondern ist der in diesen liegende Chip per Laser unveränderbar vorprogrammiert, und zwar mit einer aus 15 Ziffern bestehenden Zahl. Diese entspricht bei den Transpondern verschiedener Hersteller dem ISO-Standard. Letzterer betrifft - neben der Lesetechnik - die Nummer insofern, als die ersten drei Ziffern der 15-stelligen Zahl einem Ländercode vorbehalten sind. Die ISO-Normen legen nicht die Logistik der Vergabe, des über den Ländercode hinausgehenden Aufbaus, der Sammlung sowie der Kontrolle der Nummern fest. Ein landes-, Europa- oder gar weltweit einheitliches System des Aufbaus, der Vergabe und der Kontrolle der Transpondernummern existiert nicht. Die derzeitigen Planungen respektive Beschlüsse zur individuellen Lebensnummer von Pferden gestatten de facto wahrscheinlich nicht, diese Nummern auch als Transpondernummern zu verwenden. Transponder mit über die Nummer hinausgehenden, frei codierbaren (und veränderbaren) Informationen stehen für den konkreten Einsatz bei Pferden derzeit (noch) nicht zur Verfügung.

Grundsätzlich existieren auch bei der elektronischen Kennzeichnung Möglichkeiten der Täuschung, vor allem durch die Implantation von Transpondern bei zuvor nicht elektronisch gekennzeichneten Pferden. Konkret sind diese Möglichkeiten aber sehr gering, zumal die Explantation eines Transponders einen beträchtlichen chirurgischen Aufwand erfordert. Die Möglichkeiten würden weiter reduziert werden, wenn sämtliche Pferde elektronisch gekennzeichnet wären, und zwar alle am gleichen (Implantations)Ort.

Ausschließlich durch die Implantation von Transpondern läßt sich der sogenannte Therapienotstand nicht beleben. Der Transponder stellt nämlich in diesem Zusammenhang nur eine der (verschiedenen) Möglichkeiten dar, einen bestimmten (nähere Angaben enthaltenden) Equidenpaß einem bestimmten Individuum zuzuordnen. Diesem Umstand entsprach die Europäische Kommission, als sie das (beschriebene und gezeichnete) Signalement zur Basis der genannten Zuordnung machte und die sogenannte "aktive" Kennzeichnung (durch einen Brand und/oder einen Transponder) nicht ansprach.

Die ordentliche Entsorgung des Transponders ist (bisher) nicht geklärt. In die Lebensmittelkette gelangt der Transponder jedoch nicht, wenn man ihn präzise in den "Bereich" Nackenband/Kaminfett implantiert.

Die eindeutige Mehrzahl der Transponder wird heute in den "Bereich" Nackenband/Kaminfett eingesetzt. Um die Risiken der Beeinträchtigung der Funktion von Muskeln, Bändern und Nerven durch den implantierten Transponder möglichst weitgehend zu reduzieren, wird hier die Einlagerung ins Kammfett (Mitte Hals zwischen Genick und Widerrist) vorgeschlagen. Eine solche Implantation oberhalb des Nackenbandes ist auch bei Fohlen möglich. In einigen Fällen wird der Transponder dann nur wenig unter der dicken Haut des Mähnenkamms liegen. Die Implantation vor der Vollendung des zweiten Lebensmonats ist nicht angeraten.

Die Praxis ergibt, daß die Ortsstabilität bei der Implantation im "Bereich" Nackenband/Kammfett deutlich höher ist als bei der Wahl eines weiter ventralen Implantationsortes. Generell ist die Migration des Transponders beim hier vorgeschlagenen Implantationsort als gering zu bezeichnen. Die Anzahl der Transponder, die (einige Jahre nach der Implantation) nicht mehr aufgefunden werden können oder aus anderen Gründen funktionsunfähig werden, schätzt man (unter der Voraussetzung fachgerechter Applikation) auf weniger als 5 Prozent. Die Anzahl der Infektionen, die sich bei der Implantation ergeben, liegt, so weitere Schätzungen, im Promille-Bereich. Die fachgerechte Applikation schließt das Sclicren respektive Rasieren, die anschließende Säuberung der [laut sowie die Desinfizierung ein.

Die zuvor genannte Beeinträchtigung von Funktionen der Muskeln, Nerven und Bänder durch den implantierten Transponder läßt sich theoretisch zwar weiterhin erwägen; für eine solche Beeinträchtigung gibt es aber keine praktischen Hinweise. Die Vielzahl der komplikationslos verlaufenen Implantationen (an verschiedenen Implantationsorten) spricht de facto gegen eine Beeinträchtigung in einem klinisch respektive für die praktische Verwendung des Pferdes relevanten Maße.

Die präzise Implantation in das Kammfett respektive dorsal zum Nackenband setzt eine strikte Fixierung des Fohlens voraus. Diese belastet insbesondere relativ "wild" gehaltene, nämlich mit Pflegemaßnahmen des Menschen wenig vertraute, Fohlen in bemerkenswertem Maße. Bei adulten Pferden kommt es nicht zu einer solchen Belastung.

Weil die Implantation einen "Eingriff' darstellt und der Verband gegenüber seinen Mitgliedern eine Sorgfaltspflicht hat, wird die Durchführung der Implantation durch Tierärzte empfohlen, und zwar durch spezialisierte Tierärzte beziehungsweise durch solche mit beträchtlicher Implantationsroutine. Eine solche Maßnahme dient letztlich auch der Absicherung des Verbandes im (freilich unwahrscheinlichen) Fall von Komplikationen bei der Implantation.

Quelle: "Zur Implantation des Transponders beim Reitpferd" von Prof. Dr. H. Meyer, FN-Verlag

Fragen zum Equidenpass?

Quellenangabe

Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN)
Freiherr-von-Langen-Str. 13
48231 Warendorf
Tel. (02581)6362-0 Fax (02581)62144
Internet: http://www.pferd-aktuell.de
EMail:   fn@fn-dokr.de
Text: Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
Stand: Juli 1999
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. Hauptverband für Zucht und Pfüfung deutscher Pferde
Fédération Equestre Nationale (FN)

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